2016 Kroatien Schwimmen Segeln Sport Ziele

Segeln in Kroatien – den Sommer verlängern…

Herbst. Blauer Himmel 24°C. Leckeres Essen.  Zivile Preise. Immer Land in Sicht. Echolot eigentlich überflüssig. Schicke Marinas. Ankern bei Mondlicht. Viel draußen sein. 22°C Meer!

Ja, die Liste zu Beginn der Planung klingt vielversprechend. Kroatien konnte auch liefern, aber nicht immer und überall.

Logistisch ist Kroatien ein Traumziel zum Segeln. Von Hamburg aus geht es mit Easyjet nach Split, wobei der Flughafen nur 10 Minuten von Trogir entfern liegt, wo sich auch die Marina und ein Campingplatz befindet. Wir haben für die Herbstferien eine Oceanis 45 für eine Woche gechartert. Da uns das mit den Kindern und den Flügen ein wenig stressig erschien just in time das Boot zu übernehmen, haben wir vorher noch vier Tage auf dem Campingplatz von Trogir verbracht. So konnten wir mit dem Mietwagen bequem zum Campingplatz fahren und ein paar Ausflüge unternehmen. Flüge für die ganze Familie lagen bei ca. 700€ (Hin und zurück), der Mietwagen Oktavia Kombi für 4 Tage 50€ – unglaublich. Das Boot haben wir uns mit einer anderen Familie geteilt, also nochmal ca. 1000€ pro Familie – die Nebensaison lohnt sich!

Zunächst sind wir südlich von Trogir auf den Campingplatz Rozac gefahren. Dort haben wir uns ein Mobilheim für die ersten vier Tage gemietet. So hatten die Kinder einfach mehr Platz als im Stadtappartement und zu Fuß ist es über einen kleinen Hügel nur 20 Minuten zur Innenstadt. Außerdem hat das Meer tatsächlich 22°C, so dass man auch noch super schwimmen kann.

Gleich am ersten Tag hatten wir super Wetter und sind zu den Wasserfällen von Krka gefahren. Diese sind ca. eine Autostunde entfernt und in der Nebensaison auch nicht überlaufen. Allerdings war es in den Bergen empfindlich kalt. Mit 15°C haben wir nicht gerechnet. Allerdings war das Wasser etwas wärmer ca. 20°C. Die Wege durch den Park sind immer dicht an den Wasserfällen und sehr eindrucksvoll.

Am nächsten Tag sind wir dann auf Entdeckungstour durch Trogir. Trogir ist Weltkulturerbe und daher natürlich auch sehr touristisch, was uns aber nicht gestört hat. Außerdem lässt sich dort hervorragend Essen.

Abends war es im Mobilheim empfindlich kalt, so dass wir tatsächlich uns weitere Bettdecken haben geben lassen und die Elektroheizung in der Nacht durchlaufen lassen mussten. Dann war aber auch kuschelig warm. Der dritte Tag war regnerisch und wir haben zunächst und aus der Not heraus die Schoppingmall von Split belagert. Danach wurde es dann langsam besser und wir haben uns die sehr schöne Altstadt von Split angeschaut. Allerdings hatte ich nur bedingt lust Fotos zu machen.

 

Dann ging es am vierten Tag endlich zur Marina von Trogir und wir haben die Oceanis 45 übernommen. Man hat dort leider nur die Möglichkeit kostenfrei für 15 Minuten auszuladen. Es reicht aber und man kann dann das Auto erstmal am Strand 100 weiter nördlich zwischen parken. Dort ist auch eine kleine nette Strandbar. Die Marina glänzt mit Vollausstattung und freier Poolbenutzung. Liegen kosten allerdings extra. Die ganze Anlage ist luxuriös und sehr angenehm.

 

Die Übernahme der Yacht war unkompliziert und das Boot hatte für das Saisonende einen an- und übernehmbaren Zustand. Wir haben den ersten Abend dann noch in der Marina verbracht, da wir das Segelgebiet noch nicht kannten und die Kinder und Freunde von uns noch nie zuvor segeln waren.

Am nächsten morgen sind wir dann ganz gemütlich losmotort und haben uns mit den Sicherheitseinrichtungen vertraut gemacht. Die Etappen haben wir versucht kurz zu halten, damit am Etappenziel ausreichend Zeit ist die Kinder zu bewegen und Essen zu kochen.

Navigiert haben wir mit dem eingebauten Kartenplotter und dem Handy in Verbindung mit der Navionics App, welche für 2 Wochen kostenlos zu verwenden ist und hierfür ausreichte – sehr komfortabel. So ließ sich abends im Restaurant kurz die Windvorhersage checken und dann die Route festlegen. Allerdings haben wir uns vorher schon unterschiedliche Törnvorschläge angesehen und wussten, welche Ziele in Frage kommen.

Der erste Stop war Maslinica auf der Insel Solta. Der Törn dauer ungefähr 4 Stunden, so dass wir schon gegen 15 Uhr dort waren und daher auch mit Hilfe des Hafenmeisters bei vielen freien Plätzen anlegen konnten. Die Kinder haben das Beiboot mit aufgepumpt und sind durch den kleinen geschützten Hafen geschippert.

Nicht jedes Restaurant ist im Oktober noch auf Touristen vorbereitet und so haben wir hier leider Pech gehabt und keine Pizza im Restaurant unserer Wahl bekommen – „end of season“. Beim nächsten Mal also ein anderes und das hätte es gegeben – schade eigentlich:

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück mit bedrohlichen Gewitterwolken weiter nach Viz. Es hat zum Glück nur ein wenig geregnet und das Gewitter hat sich noch lange im Norden aufgehalten. Die Damen waren sehr froh nach diesem 7 Stunden Törn wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und wir sind dann bei Regen zur Burg gewandert.

Das Wetter war wirklich bescheiden und wir konnten Viz nicht genießen. Umso mehr haben wir am nächsten Tag den Törn nach Pakleni Otoci genossen. Durch die kleinen Inseln mit wenig Wassertiefe aber auch zum Glück dann wenig Wind ist wirklich einmalig. Auch die Marina Palmizana ist im Oktober sehr schön und weit entfernt von dem Partytrubel des Sommers. Die Einkaufmöglichkeiten sind begrenzt, aber es ist vieles zu bekommen. Billig ist hier wenig.

Gegenüber liegt die Insel Hvar, welche wir mit dem Taxiboot erkundet haben. Es wäre aber auch möglich gewesen hin zu segeln, aber kostenlos für ein paar Stunden liegt man dann dort auch nicht und so haben wir uns für die schnelle Variante entschieden, um dann gegen Mittag noch weiter zu segeln. Auf und in Hvar gibt es eine wirklich sehenswürdige Festungsanlage, die ihr Eintrittsgeld wert ist. Alleine der Weg dorthin mit dem Meerblick im Rücken ist spektakulär.

Auch Hvar hat so seine Probleme. Gegen Mittag sind wir dann weiter nach Milna auf Brac gesegelt. Das war wellentechnisch nicht so ganz der Geschmack meiner Frau – das Video zeigt einen Teil des Törns. Milna selbst ist aber sehr geschützt nur die Fähre macht ordentlich Wellen, so dass die Landfesten nicht zu kurz sein dürfen, sonst kracht man gegen den Pier.

Von Milna sind wir dann nochmal nach Maslenica bei schönstem Wetter und wenig Seegang gesegelt und haben den somit den ersten Hafen nochmal aufgesucht. So hatten wir für den letzten Tag noch einen 3h Törn, so dass wir trotz der Windvorherssage von 28 Kn keine bedenken haben mußten bis 17 Uhr in der Marina in Trogir zu sein. In Milna haben wir vorher noch nachgetankt, damit wir in Trogir nicht in der Schlange stehen – das war auch schlau. Hier gab es auch schönes Hafenkino am letzten Tag – „ist ja alles versichert“ muss sich der ein oder andere Skipper gedacht haben. Wir sind dann mit dem Bustransfer, welcher am Samstag Morgen nach vorheriger Anmeldung zweimal umsonst zum Flughafen fährt, mitgefahren und haben uns nochmal einen Mietwagen für 13€ geholt. So konnten wir noch etwas länger auf dem Boot bleiben und in Ruhe packen und danach noch einen Autoausflug unternehmen.

Wir haben viel erlebt und werden Kroatien in guter Erinnerung behalten. Allerdings dürften die Kinder ruhig ein wenig älter sein, damit sie weniger um Kleinigkeiten streiten, denn so ein Boot ist ja nicht groß und der Gruppenkoller kommt bei den kleinen schneller. An Arbeit hat aber während des Törns keiner gedacht, dazu ist man zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt – und das ist auch gut so!

Es gäbe eigentlich noch mehr zu berichten, aber es soll ja auch noch Gelegenheit für eigene Entdeckungen geben, dann mal los…

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1 Kommentar zu “Segeln in Kroatien – den Sommer verlängern…

  1. Wir würden es wieder tun….Schön wars!

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